heute gibt's mal wieder was zu feiern, kinder!
vor 15 jahren gab es eine denkwürdige pressekonferenz. eine, die eigentlich unmißverständlich klarmachen sollte, dass ostdeutsche auch weiterhin nicht ohne papierkram in den westen kommen können. damals gas es noch die ddr (auferstanden aus ruinen). und die brd (bitte nur die dritte strophe).
doch diese presse-futzis, was machen die? die machen eine riesen-sensation draus. grenze offen, sofort. sehr schön schildert dies hans henning kaysers in in der sz: "
Mit viermal 'äh' die Mauer geöffnet"
ob die obristen in der ddr damit gerechnet hatten? gewiss, die stimmung schlug nach den montagsdemonstrationen (im gegensatz zu diesem jahr hatten die vor 15 jahren einen richtigen sinn!) und den tausenden ausreisenden (durch die cssr und ungarn) langsam um, doch wollte wirklich irgendwer seine hand dafür ins feuer legen, dass tausende ostberliner sogleich "rübermachen" in den westen? vorbei an den - zumeist verblüfften - grenzern?
nein.
nicht einmal die so gut informierten westlichen geheimdienste sahen den umschwung in der deutschen demokratischen republik herbeikommen. und im gegensatz zu den montagsdemonstrationen, zu denen woche für woche zehntausende kamen, reichten in einer nacht wenige hundert menschen aus, um den übrigen tausenden, die sich später dazugesellten, den weg in die brd zu zeigen, in das land wo milch und honig fließen.
was lernen wir daraus?
ostdeutsche können was. eine revolution.
alle ostdeutsche? nein, ein paar haben nicht viel auf dem kasten gehabt. so zum beispiel günter schabowski. der hatte nix besseres zu tun, als diesen einen zettel mißverständlich vorzulesen.
merke: als politiker sollte man selbst das heft in die hand nehmen und eigene sätze formulieren. wenn schon geschichte, dann wenigstens mit den eigenen worten! oder nicht den deppen vom dienst den eigenen zettel vorlesen lassen, woll egon?
und wenn ihr bis hierher denkt "yo, der dohmendotorg bringt's mal wieder auf den punkt", dann irrt ihr. als beweis dafür geb ich euch noch etwas mit auf den weg: ein weiterer geschichtsschwangerer satz "wer zu spät kommt, den bestraft das leben" ist so niemals von gorbatschow gesagt worden. ja ja, auch nicht von seinem dolmetscher. den hat sich wohl ein journalist aus dem hirn gezogen.
sollte die quintessenz zu guter letzt sein, dass journalisten geschichte nicht nur aufschreiben, sondern aktiv mitgestalten?
denkt mal drüber nach.
ich such mir jetzt no 4 für die pod.-disk. - verdammte hacke.